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Im Mai beginnt die Reifezeit des Sommertrüffels, den man im Piemont auch als Scorzone bezeichnet. Das geschmackvolle, gelblich braune bis hellbraune Fruchtfleisch verbirgt sich hinter einer dunklen, warzigen Außenhaut. Der Sommertrüffel duftet erdig und sein Geschmack ist weniger intensiv als der anderer Trüffelarten. Das ist jedoch kein Grund, dem Sommertrüffel in der feinen Küche keine Beachtung zu schenken. Denn da sein Aroma der Unreife wegen nicht so dominant ist, eignet er sich hervorragend für die Kombination mit anderen Delikatessen. In der Küche kommt er zumeist roh zur Verwendung. Um Speisen mit Sommertrüffel einen intensiveren Geschmack zu verleihen, kann man sie mit einigen Tropfen hochwertigem Trüffelöl verfeinern - dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass es sich um ein echtes Trüffelöl ohne Aromazusätze handelt. Den Pilz findet man in der Provence, in Spanien, Italien, Albanien, Ungarn und der Türkei. Bezüglich dem Klima und ihrer Umwelt sind Sommertrüffel weniger anspruchsvoll als andere Vertreter dieser Gattung - er kommt sogar in Süddeutschland und mitunter auch in England vor. Schattige Pinien- und Eichenwälder mit kalkhaltigem Boden sind seine bevorzugten Verbreitungsgebiete. In Europa ist der Sommertrüffel die am häufigsten vorkommende Trüffelart.

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Man geht davon aus, dass Trüffel bereits den Menschen in der Vorzeit bekannt waren. Aus Mesopotamien im dritten Jahrtausend vor Christus stammen die ersten Hinweise auf die raren Knollen. Ein Verehrer der Pilze soll der ägyptische Pharao Cheops gewesen sein. In der Antike kam der Trüffel zum ersten Mal eine größere Bedeutung zu. Griechen und Römer schätzten die Pilze nicht zuletzt als Aphrodisiakum. Ihr seltenes Vorkommen beflügelte die Phantasie der Zeitgenossen. So betrachtete der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrast den Pilz als das leibliche Kind des Donners der Herbstgewitter. Der römische Schriftsteller Plinius sah in der Trüffel Symptome einer Geschwulstkrankheit der Erde. Auch im Kochbuch des römischen Feinschmeckers Apicius wird auf die Trüffel umfassend behandelt. Bis ins frühe Mittelalter hinein wurde die Trüffel geschätzt, selbst der als Asket berühmt gewordene Bischof Ambrosius von Mailand schwärmte für sie. Im Hochmittelalter galt sie dann als vergegenständlichter Inbegriff der Sünde. Erst in der Renaissance besann man sich ihrer wieder und zeigte mit ihr auf der vornehmen Tafel seinen Wohlstand. Der Trüffelertrag sank in vielen Regionen in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten bereits stark, was an der hohen Nachfrage und der daraus resultierenden exzessiven Nutzung der bekannten Bestände liegt. Daher genießt die Trüffel in einigen Gebieten besonderen Schutz und für ihre Ernte sind strenge Reglements zu beachten.
Nach Sizilien ist Piemont die größte Region Italiens. Und obwohl das Gebiet, das im Norden an die Schweiz und im Westen an Frankreich grenzt, im Vergleich zu anderen italienischen Regionen touristisch relativ wenig erschlossen ist, schätzen vor allem Gourmets dieses Schlaraffenland. Das Hügelland im Südosten der Region ist für seinen Wein berühmt (Barolo, Barbera, Barbaresco). Von hier stammt auch ein Drittel der europäischen Reisproduktion. Kenner schätzen das Rindfleisch aus dem Aostatal in der Alpenregion und in der Po-Ebene locken die Städte mit ihren Kulturschätzen.