Brigitte Kaufmann – Vom Magistrat ins Hotel
Nach Beendigung der Schule war Brigitte Kaufmann im Magistrat der Stadt Villach tätig, eine ziemlich bürokratische und auch langweilige Angelegenheit, wie sie fand. Da kam ihr ein Job-Angebot des Hotels Sacher in Wien gerade recht - sie hat spontan zugesagt. Drei Jahre lang war Brigitte Kaufmann dann in der Restaurantkasse und Telefonzentrale tätig. In dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann Christian kennen, den Kellner im Hotel Sacher. Das war die Wende in ihrem Leben, nicht nur in Sachen Familienplanung sondern auch in beruflicher Hinsicht.
Gemeinsam mit ihrem Partner hat sich Kaufmann auf den Weg nach Tirol, nach Kärnten und in die Schweiz gemacht, um im Service Erfahrungen zu sammeln. Die beiden haben in verschiedenen Hotels Station gemacht, etwa im Hotel Cervosa in Serfaus, im Hotel Grand National in Luzern, im Chesa Pirani in La Punt (Nähe St. Moritz) und im Hotel Karawankenhof im Warmbad Villach. Brigitte Kaufmann bekam in dieser Zeit Geschmack am Gastronomie- und Hotelgewerbe und hatte das Ziel, sich für die neue Herausforderung fitzumachen. Sie machte die Konzessionsprüfung, absolvierte Kurse zur Unternehmensführung und zum Hotelmanagement und nahm an einem Tourismus-Lehrgang an der Uni Klagenfurt teil.
Hauben für die Quereinsteigerin
1988 hat sich das Ehepaar Kaufmann in St. Gilgen am Wolfgangsee mit dem Gasthof zur Post selbständig gemacht. Dort ist Brigitte Kaufmann nach einigen Monaten von der Rezeption in die Küche gewechselt, um ihre Vorstellungen dort umzusetzen. Hier hat sie endlich den Ort ihrer Berufung gefunden. Die Arbeit am Kochherd machte ihr bereits als Kind Freude, als sie sich am Guglhupf, am Punschkrapferl und an der französichen Zwiebelsuppe geübt hatte. Nun machte sie ihre Leidenschaft zur Profession und hat diesen Schritt bis heute nicht bereut.
Nach drei Jahren zog es das Jungunternehmerpaar nach Kärnten, zurück in die Heimat von Kaufmann. Die beiden führten sieben Jahre lang den Gasthof Schmid am St. Leonharder See und bekamen zwei Kinder. Bereits im zweiten Jahr erhielten sie von Gault Millau eine Haube, eine Auszeichnung für Bürgerliche Küche und viele andere Preise. 1998 wechselten die Kaufmanns noch einmal den Wirkungsort. Sie siedelten in die Innenstadt Villachs über, bauten dort die ehemalige „Salatschüssel“ um und gestalteten das Restaurant nach ihren Vorstellungen.
Im Kaufmann & Kaufmann bieten sie seitdem für etwa 60 Personen Platz. Neben vielen anderen Auszeichnungen hat die Küchenchefin im Jahr 2000 von A La Carte die Trophee Gourmet für Bürgerliche Küche erhalten. 2004 und 2005 wurde Brigitte Kaufmann vom ORF eingeladen, als Profiköchin bei „Frisch gekocht ist halb gewonnen“ – eine Herausforderung die der Spitzenköchin besonders viel Spaß gemacht hat. Die Erfolgsserie hält für das Paar Kaufmann an. 2006 wurde ihr Restaurant mit dem „Weinwirt des Jahres“ von Christoph Wagner und Klaus Egle ausgezeichnet. (weim)
Auszeichnungen
* Eine Haube und Auszeichnung für „Typisch österreichische Küche“ bei Gault
Millau
* 66 Punkten bei A la Carte
* Tropheè Gourmet für „Beste Bürgerliche Küche“
* Weinwirt des Jahres von Christoph Wagner + Klaus Egle
* Eines der 10 Lieblingslokale in Kärnten bei "Wo isst Österreich" von
Christoph Wagner
* Sieger bei der Wahl der besten "Villacher Kirchtagssuppe"




